Aktuell beziehen mehr als 600.000 Alleinerziehende in Deutschland Hartz IV. Gründe für diesen hohen Anteil an Alleinerziehenden unter den Empfängern staatlicher Transferleistungen sind fehlende Krippenplätze und unzureichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund entstehen bundesweit immer mehr Agenturen für Familien-Dienstleistungen. So gibt es beispielsweise im bayrischen Schweinfurt die „Agentur für Dienstleistungen Egal, für welche Lebensetappe“, kurz ADELE genannt.
Auf Anregung und mit Unterstützung, der Agentur für Arbeit Schweinfurt wurde das Projekt zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegründet. In dieser Dienstleistungsagentur der AWO können sich zum Beispiel Tagesmütter und Senioren melden, um ihre Dienste bei der Kinderbetreuung anzubieten, was alleinerziehenden Müttern und Vätern die Rückkehr ins Berufsleben erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen könnte.
Flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind aber nur ein Beispiel für die Hilfen im Rahmen dieses Projekts. Arbeitslosen Frauen bietet sich außerdem die Chance, bei der AWO im Projekt ADELE einen Minijob oder eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit aufzunehmen.
Da haushaltsnahe Dienstleistungen und handwerkliche Tätigkeiten gem. § 35a Einkommensteuergesetz bis zu einem bestimmten Höchstsatz von der Steuer abgesetzt werden können, beteiligt sich auch der Staat an diesen Kosten und verbilligt damit indirekt die Leistungen. Hierdurch kann nach Meinung von Experten auch Schwarzarbeit wirkungsvoll vermieden werden.
